Petition gegen Zensur im Netz - jetzt unterschreiben!
26. Mai 2025
An Meta & Co.: Wir fordern ein Ende der algorithmischen Zensur von Text- und Bildinhalten, die sich im weitesten Sinne mit Sexualität befassen.
Dazu gehören z.B. Verhütung und Prävention von Krankheiten, Menstruation und Zyklus, Schutz vor sexuellen Übergriffen und Missbrauch, Meno- und Andropause, generelle Sexualaufklärung, das Zeigen des gesamten Körpers, die Entstigmatisierung von Sex- und Körper-Themen, und vieles mehr…
Auf sozialen Plattformen wie Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube werden solche Inhalte unsichtbar gemacht und die Arbeit von Sexualpädagoginnen, Medizinerinnen, Journalistinnen und Therapeutinnen erheblich beeinträchtigt – durch Shadow Banning, eingeschränkte Reichweite oder Löschung einzelner Beiträge oder des ganzen Accounts. Insbesondere (mehrfach-)marginalisierte Menschen (BIPoC, Be_hinderte, queere und trans Personen) sind davon betroffen.
Während Hass gefördert wird, wird Aufklärung zensiert
Während Hass, Hetze, Falsch- und Desinformation auf solchen Plattformen fast ungehindert stattfinden kann oder sogar gefördert wird, entstehen für Menschen, die sexuelle Aufklärung etc. betreiben, immer mehr Hürden.
Viele der oben genannten Themen dürfen nicht einmal beim Namen genannt werden, ohne dass den Creator*innen Konsequenzen drohen. Begriffe wie Menstruation, Penis, Kondom, Brüste, Vulva oder Sex müssen „unkenntlich" gemacht werden – z.B. mit Sternchen, um nicht vom Algorithmus erkannt zu werden. Wie soll aufgeklärt werden, wenn nicht einmal die richtigen Worte benutzt werden dürfen? Was macht das mit unserer Wahrnehmung von Sex und Sexualität?
Auch der Inhalt für die Entstigmatisierung und Enttabuisierung von Sex-Themen wird erheblich erschwert oder unmöglich gemacht (Beispiel-Begriffe: kinky, Fetisch, Intimbehaarung, Orgasmus, Gender).
Selbst Content über Gewaltprävention ist betroffen. Wörter wie Missbrauch, trans-Feindlichkeit, Sexualisierung oder Vergewaltigung müssen ebenfalls unkenntlich gemacht werden.
Auch Bildmaterial ist von der Willkür und diskriminierenden „Logik" des Algorithmus betroffen. Es gibt zwar die Möglichkeit, Einspruch gegen solche Zensur-Maßnahmen einzulegen, allerdings führt dies oft ins Leere oder die Begründung wird trotzdem nicht angenommen. Und dabei lernt der Algorithmus immer mehr dazu. Selbst die Sternchen und xx werden mittlerweile durch bestimmte Kontexte erkannt und trotzdem zensiert.
Unsere Forderungen
- Klare, transparente und diskriminierungsfreie Richtlinien für Text- und Bildinhalte – medizinisch korrekte Begriffe dürfen nicht länger als „anstößig" oder „unangemessen" gelten
- Beteiligung von Fachleuten aus Medizin, Journalismus und Sexualpädagogik bei der Erarbeitung und Überprüfung von Plattformregeln
- Politische Rahmenbedingungen, die Plattformen zur Fairness, Transparenz und echter Aufklärung verpflichten
Wir sagen: Schluss mit der digitalen Zensur von (sexueller) Aufklärung und Information.
Warum ist diese Petition wichtig?
Weil Aufklärung wichtig ist. Und weil Schweigen und Zensur gefährlich sind. Insbesondere in Zeiten, in denen rechte und rechtsextreme Ideologien immer sagbarer (gemacht) werden.
Wenn Inhalte zu Menstruation, medizinischer Versorgung, sexueller Gesundheit, Gewaltprävention oder sexueller Aufklärung im Netz zensiert werden, trifft das nicht nur Einzelne – es trifft uns als Gesellschaft. Wir alle brauchen freien Zugang zu Wissen über unsere Körper, unsere Rechte und unsere Gesundheit. Und wir brauchen dieses Wissen direkt von den Expert*innen der Themenbereiche – und nicht die Des- und Falschinformation von Hatern und Trollen.
Diese Petition ist wichtig, weil:
- Aufklärung kein Verstoß gegen „Community-Richtlinien" ist – sondern ein Menschenrecht
- Jugendliche ein Recht auf ehrliche, unzensierte Information haben
- Betroffene von Missbrauch oder Krankheit nicht durch Sprachverbote zusätzlich stigmatisiert werden dürfen
- Medizinische, sexuelle und psychische Gesundheit nur durch Sichtbarkeit und Offenheit gefördert werden kann
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Aufklärung sichtbar bleibt – in jeder Sprache, in jedem Format, für jede Person.